Kritik: Schöner Kinderfilm LATTE IGEL UND DER MAGISCHE WASSERSTEIN

Basierend auf der erfolgreichen Kinderbuchreihe „Latte Igel“, kommt nun mit LATTE IGEL UND DER MAGISCHE WASSERSTEIN ein tolles Animationsabenteuer mit der Igelin Latte und ihrem Freund, dem Eichhörnchen Tjum. Ein wirklich bezaubernder Kinderfilm, der 60 Jahre nach dem Erscheinen des Kinderbuchklassikers von Sebastian Lybeck, der dafür 1959 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde, zu Weihnachten auf die große Leinwand kommt. Kinostart ist der 25. Dezember 2019. Wir haben ihn schon für euch angeschaut.

LATTE IGEL UND DER MAGISCHE WASSERSTEIN

In der Geschichte geht es um das Igelmädchen Latte, die von den anderen Waldbewohnern eher gemieden wird und am Rand der Tiergemeinschaft lebt. Und zwar allein, denn ihre Eltern leben nicht mehr, weshalb sie sich schon mal die ein oder andere Geschichte ausdenkt. Außerdem wird ihr oft die Schuld zugewiesen, wenn mal wieder etwas schiefgelaufen ist. Vielleicht ist Latte deswegen etwas vorlaut und egoistisch.

Die Tiere im Wald leiden alle unter der akuten Wasserknappheit, denn seit einiger Zeit schon ist der Fluss versiegt und die letzten Vorräte neigen sich dem Ende. Auf einer Versammlung wollen sie besprechen, wie sie nun weiter vorgehen, als sich plötzlich der Rabe Korp zu Wort meldet. Er behauptet, dass der Bärenkönig Bantur den magischen Wasserstein gestohlen hätte und diesen seiner Palasthöhle versteckt. Glaubt man seinen Erzählungen, wird das Wasser erst wieder fließen, wenn der magische Stein zurück an seinen Ursprung gelangt. Natürlich haben alle Tiere Angst und wollen auf keinen Fall dem Bärenkönig begegnen.

Für Latte ist klar, sie wird den Stein zurückbringen! Sie begibt sich mutig und fest entschlossen auf die gefährliche Mission. Da ist es gut, dass der etwas schüchterne Eichhörnchenjunge Tjum sie heimlich begleitet. Anfangs noch, um sie zur Umkehr zu bewegen, was allerdings bei Latte nicht viel Wirkung zeigt. Also bleibt er an ihrer Seite und die Gefahren außerhalb des heimischen Waldes, lassen auch nicht lange auf sich warten. Tjume erweist sich in jeder Situation als echter Freund und geht mit ihr durch dick und dünn, selbst dann noch, wenn Latte es mal wieder übertreibt und große Sprüche klopft oder sogar ungerecht ihm gegenüber ist.

So wächst der zurückhaltende Tjume Stück für Stück mit seiner Aufgabe, um schließlich zum unersetzlichen Partner und Freund für Latte zu werden. Aber auch Latte lernt immerhin besser spät als nie, dass es sich manchmal lohnt zu vertrauen. Zusammen sind sie sogar stark genug, um gegen ihren größten Gegner zu bestehen.

Unsere Meinung

Über eine halbe Millionen verkaufte Exemplare des LATTE IGEL Kinderbuchklassikers, stehen in den Kinderzimmern. Vor 60 Jahren geschrieben und noch heute aktuell – die Geschichte um die in Not geratenen Tiere des Waldes.

Uns ist als erstes der angenehm ruhige Erzählstil aufgefallen. Die Aufteilung in Spannung, immer wieder unterbrochen durch ruhige Phasen, ist dieser Kinderfilm besonders auch für die kleinen Zuschauer geeignet. Aber auch für uns Eltern bietet er eine schöne kurzweilige Unterhaltung.

Die niedlichen Figuren sowie die Natur, sind wunderschön animiert und die Farben erinnern an einen herrlichen Herbstwald. Zwar sind die Tiere nicht genauso gezeichnet wie in den Kinderbüchern, doch muss ich sagen, dass sie mir ausgesprochen gut gefallen. Sie wirken sehr natürlich und wirklich niedlich. Man hat sich ausgesprochen viel Mühe gegeben, dem Film eine dreidimensionale Tiefe zu verleihen. Das lässt so manche Szene sehr real wirken. Für uns ist die technische Umsetzung ganz klar ein großer Pluspunkt.

Die Geschichte selbst hat eindeutige Botschaften. Geht es zum einen darum, wie wichtig Wasser zum Leben für alle ist, zeigt sie zum anderen, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat und wie wichtig ein Miteinander ist, was ganz klar im Vordergrund steht. Die beiden Hauptcharaktere könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine mutig, vorlaut und oft egoistisch, der andere schüchtern, ängstlich und auf das Wohl aller bedacht. Auf ihrer abenteuerlichen Reise zum Bärenparadies, auf der sie einem gefährlichen Luchs, verschlagenen Wölfen und einer geheimnisvollen Kröte in einer Höhle begegnen, durch tiefen Wald und karge Landschaften ziehen, lernen sie nicht nur voneinander, sondern auch sich zu vertrauen. Das fällt Latte eindeutig schwerer als Tjum, da sie ohne eine Familie lernen musste alleine zurecht zu kommen. Tjum hingegen kennt die Sicherheit innerhalb einer Familie und wie es ist, für einander da zu sein. Beide profitieren von dieser Reise – Tjume wird selbstbewusst und mutig und Latte lernt Rücksicht, Vertrauen und gewinnt nicht nur einen Freund, sondern sogar eine Familie. Darum schaffen die beiden es am Ende auch gemeinsam den magischen Wasserstein wieder an seinen Bestimmungsort zu bringen und somit Wald und Tieren das Wasser zurückzugeben.

Gut fanden wir auch, wie man das Thema Wassernot für die Kinder umgesetzt hat. Auf der einen Seite waren die Tiere aus dem Wald, aber auch alle anderen Tier und ihre Lebensbereiche – alle, bis auf die Bären. Die haben sich einfach den magischen Wasserstein genommen (eigentlich sogar geklaut), ohne Rücksicht auf die anderen. Und da er nun mal das stärkste Tier von allen dort war, hatte er auch die Möglichkeit dazu. Er tat es nicht etwa weil sie mehr Wasser zum Leben brauchten, nein. Nur weil ihr Bärenkönig mehr Wasser wollte, um ein Wasserbalett haben zu können! So können auch schon Kinder die oft herrschende Ungerechtigkeit begreifen.

Das alles zusammen macht LATTE IGEL UND DER MAGISCHE WASSERSTEIN zu einem schönen Kinderfilm, den es sich auf jeden Fall anzuschauen lohnt.

Wir wünschen euch viel Spaß im Kino!

Info

LATTE IGEL UND DER MAGISCHE WASSERSTEIN

Kinostart: 25.Dezember 2019

Genre: Kinderbuchverfilmung, Animationsfilm, Kinderfilm
FSK: Ab 0 Jahre (unsere Empfehlung: Vorschulkinder, ab ca. 5 Jahre)
Dauer: 82 Minuten
Land: Deutschland, Belgien 2019
Regie: Regina Welker, Nina Wels
Verleih: Koch Media
Produktionsfirma: Dreamin‘ Dolphin FilmGmbH/ Eagle Eye Filmproduktion/ Grid Animation

Bildrechte: (c) 2019 Koch Media

  1 comment for “Kritik: Schöner Kinderfilm LATTE IGEL UND DER MAGISCHE WASSERSTEIN

  1. R.Richter
    24. Dezember 2019 at 12:02

    Tjum

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